Deckenpfronn

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Der Besucher kommt ins 2. Dachgeschoss

wo ihn inszenierte Raumeinblicke empfangen. Er schaut durch ein altes Küchenfenster und betritt dann auf dem Sandsteinboden die "schwarze Küche" mit allen Koch- und Essgeräten früherer Tage. Der Hinderladerofen weist hinüber in die Wohnstube des reichen Bauern, der dort sein Essen einnimmt, aus Zinkbechern trinkt, bereits eine Petroleumlampe hat. 

Derweil löffelt das Gesinde aus einem Messinghafen in der Küche, der "Pfannenknecht" unterstützt. Gegenüber die Stube des armen Bauern, in der gekocht, am Spinnrad und am Schnitzbock gearbeitet wird, das Kind daneben spielt. Flachsverarbeitungsgeräte erinnern an die alte Deckenpfronner Flachsanbautradition. Räumlich getrennt ein weiterer Gegensatz: hier die Strenge der Kirche, und der Gemeinschaften, dargestellt am alten Kirchenmodell und dem Harmonium, dort das lockere "Lichtgangwesen" der Jugend an Spinnrad und "Wollbobbel". 

Dieser Blick wird ergänzt durch den Hinweis auf die schon im Jahre 1921 begonnene öffentliche Krankenpflegearbeit – Schwester Jakobine Süßer hält dort standhaft die Stellung. Vereinigend für alle Deckenpfronner aber dann die gleiche Tracht, von der es noch einige originale Exemplare gibt.

Als einzige handwerkliche Darstellung ist auf dieser Ebene die komplette Schuhmacherwerkstatt von Karl Luz zu sehen. Sie verbindet die Arbeitsszene am „Schnitzbock“ mit der Stube der „Knechte, Mägde und Kinder", die an die armselige Beherbergung des Dienstpersonals erinnern soll - der Jahreslohn eines Knechtes kennzeichnet dies ebenso wie das Strohbett der Magd unter dem halboffenen Dach.

Die Auswandererszene möchte auf unseren Umgang mit Minderheiten in unserer Gesellschaft hinweisen. Sie sehen ein Auswandererschiff, das mit 67 Deckenpfronner Einwohnern im Jahre 1852 mit vielen Reisetruhen an Bord ist und im Blick auf die Freiheitsstatue vor New York auf ein erlösendes Leben hofft. Eine Originalauswanderertruhe der Familie Heinrich aus Indianapolis / USA ist zurückgekommen und steht nun im Museum.